Enterprise-Installationsanleitung für Administratoren¶
Diese Anleitung beschreibt die Installation von FLEET Mira Enterprise 1.1.0-beta6 in zwei unterstützten Topologien. Enterprise verwendet PostgreSQL und darf auf Windows Server sowie in RDP-, Citrix- und vergleichbaren Mehrbenutzerumgebungen ausgeführt werden. Für Server und Terminalserver darf ausschließlich das Enterprise-Setup verwendet werden; das Basic/Pro-Setup sperrt diese Umgebungen.
Installationsdateien¶
- Enterprise-Applikationssetup herunterladen
- PostgreSQL-Server-Setup herunterladen
- SHA-256-Prüfsummen herunterladen
Betastatus und Worker-Betrieb
Die Setups sind noch nicht codesigniert. Prüfen Sie deshalb vor der Installation die SHA-256-Prüfsummen. Zentrale Hintergrundaufgaben laufen ausschließlich im Windows-Dienst FleetMiraWorker; Enterprise-Clients starten keinen integrierten Worker. Ein All-in-One-Server installiert Client und Worker gemeinsam, verwendet aber keinen besonderen Kombiniert-Modus.
Gemeinsame Planung¶
Planen Sie vor der Installation:
- einen stabilen DNS-Namen für den PostgreSQL-Server;
- jeweils ein mindestens zwölf Zeichen langes Kennwort für
mira_app,mira_backup,mira_restoreund den PostgreSQL-Administrator; - die Berechtigungen des virtuellen Dienstkontos
NT SERVICE\FleetMiraWorkerbeziehungsweise eines vorgesehenen gMSA; - lokale NTFS-Speicherorte für die PostgreSQL-Daten und zentrale Speicherorte für Tachodaten- und Belegarchive;
- eine Sicherung für PostgreSQL und eine getrennte Sicherung der Dateiarchive;
- Wartungsfenster, Firewallregeln und – für Verbindungen über das Netzwerk – ein vertrauenswürdiges TLS-Serverzertifikat.
PostgreSQL-Daten müssen auf einem lokalen, festen Datenträger des Datenbankservers liegen. Tachodateien und Originalbelege werden nicht vollständig in PostgreSQL gespeichert. In einer Client/Server-Installation müssen deshalb alle Clients und der Worker dieselben kanonischen UNC-Pfade verwenden und mit den erforderlichen NTFS- und Freigaberechten ausgestattet sein.
Szenario 1: Client/Server mit serverseitigem Worker¶
Zielbild¶
flowchart LR
C1["Enterprise-Client 1"] -->|TLS / TCP 5432| DB[("PostgreSQL: mira")]
C2["Enterprise-Client n"] -->|TLS / TCP 5432| DB
W["FleetMiraWorker-Dienst"] -->|TLS / TCP 5432| DB
W --> A["Gemeinsames Dateiarchiv (UNC)"]
C1 --> A
C2 --> A
Der Windows Server hostet PostgreSQL und den eigenständigen Worker-Dienst. Die Benutzer arbeiten mit Enterprise-Clients auf Windows-10/11-Arbeitsplätzen oder zugelassenen Server-Sitzungen.
Server installieren¶
- Melden Sie sich am Windows Server mit lokalen Administratorrechten an.
- Kopieren Sie beide Setups lokal auf den Server und vergleichen Sie deren SHA-256-Werte mit
SHA256SUMS-Enterprise.txt. - Starten Sie
FLEET-Mira-PostgreSQL-Server-1.1.0-beta6-Setup-x64.exeals Administrator. - Erfassen Sie Port sowie die Kennwörter für PostgreSQL-Administrator,
mira_app,mira_backupundmira_restore. Das Setup installiert PostgreSQL, legt Dienst, Datenbank und Rollen an und importiert anschließend das vollständige, fachlich leere Mira-Anwendungsschema. - Konfigurieren Sie
listen_addresses,pg_hba.conf, DNS und TLS nach Ihrer Sicherheitsrichtlinie. Öffnen Sie TCP 5432 in der Windows-Firewall ausschließlich für die vorgesehenen Client- und Worker-Netze. - Starten Sie das Enterprise-Setup als Administrator und wählen Sie die Komponente Fleet Mira Worker.
/COMPONENTS=workerist die unbeaufsichtigte Entsprechung. - Tragen Sie in einer administrativen Enterprise-Clientinstallation DNS-Name, Port, Datenbank
mira, Benutzermira_app, Kennwort und SSL-Modus ein. Für Produktivnetze wirdverify-fullempfohlen. - Testen Sie die Verbindung. Eine nachträgliche Schemainitialisierung ist nicht erforderlich; das Server-Setup prüft vor seiner Erfolgsmeldung das Anwendungs-, Worker- und Enterprise-Backup-Schema.
mira_appbenötigt und erhält dafür kein DDL- beziehungsweiseCREATE-Recht auf dem Schemapublic. - Prüfen Sie den Dienst
FleetMiraWorker, seinen Heartbeat und%PROGRAMDATA%\eh-systemhaus\FLEET Mira Enterprise\logs\app.log. - Konfigurieren Sie gemeinsame Archiv-, Import- und Belegpfade. Gewähren Sie dem Dienstkonto die benötigten UNC- und NTFS-Rechte.
Clients installieren¶
- Starten Sie auf jedem Client ausschließlich das Enterprise-Applikationssetup als Administrator.
- Öffnen Sie FLEET Mira und verbinden Sie die Anwendung über den Assistenten mit derselben Datenbank
mira. - Prüfen Sie den Zugriff auf alle gemeinsamen Archive mit dem jeweiligen Benutzerkonto.
- Der Client übergibt manuell ausgelöste zentrale Aufgaben automatisch an die PostgreSQL-Queue; ein lokaler Scheduler wird nicht gestartet.
Worker betreiben¶
- Verwenden Sie standardmäßig
NT SERVICE\FleetMiraWorker; für UNC kann dem Computerkonto Zugriff gegeben oder auf gMSA/Domänenkonto umgestellt werden. - Überwachen Sie Dienststatus, PostgreSQL-Heartbeat, Queue, Leases und fehlgeschlagene Jobs.
- Mehrere Worker sind technisch zulässig; Advisory Locks und Leases verhindern doppelte Verarbeitung.
- Überwachen Sie
%PROGRAMDATA%\eh-systemhaus\FLEET Mira Enterprise\logs\app.logsowie die PostgreSQL- und Windows-Ereignisprotokolle. - Der Dienst startet nach einem Serverneustart verzögert automatisch und besitzt konfigurierte Recovery-Aktionen.
Szenario 2: Terminalserver mit allen Komponenten¶
Zielbild¶
flowchart TB
U1["RDP-/Citrix-Benutzersitzung 1"] --> DB[("Lokales PostgreSQL: mira")]
U2["RDP-/Citrix-Benutzersitzung n"] --> DB
W["FleetMiraWorker-Dienst"] --> DB
U1 --> A["Zentrales Dateiarchiv auf lokalem NTFS-Datenträger"]
U2 --> A
W --> A
PostgreSQL, Enterprise-Anwendung, Benutzer-Sitzungen und Worker-Dienst befinden sich auf demselben Windows Server.
Installation¶
- Legen Sie lokale NTFS-Verzeichnisse für PostgreSQL-Daten und die Dateiarchive an. Verwenden Sie weder Benutzerprofile noch UNC- oder Netzlaufwerke für das PostgreSQL-Datenverzeichnis.
- Installieren Sie zuerst das PostgreSQL-Server-Setup als Administrator. Es legt
mira, das vollständige Anwendungsschema und die Rollenmira_owner,mira_app,mira_backupundmira_restorean. - Installieren Sie danach das Enterprise-Applikationssetup einmal systemweit als Administrator.
- Starten Sie FLEET Mira in einer administrativen Einrichtungs-Sitzung und verbinden Sie es mit
localhost, dem gewählten Port und der Datenbankmira. - Testen Sie die bereits initialisierte Datenbank. Die Verbindungskonfiguration wird maschinenweit unter
%PROGRAMDATA%\eh-systemhaus\FLEET Mira Enterprisegespeichert und das Kennwort mit Windows DPAPI geschützt. - Konfigurieren Sie die Dateiarchive auf einem für alle vorgesehenen Sitzungen erreichbaren lokalen NTFS-Pfad, beispielsweise
D:\FLEET-Mira-Data. - Melden Sie eine normale Benutzersitzung an und prüfen Sie Anmeldung, Lese-/Schreibrechte, Berichtsausgabe und Archivzugriff.
- Installieren Sie Client und Dienst gemeinsam über
/COMPONENTS=client,workerund prüfen Sie, dass nur der Dienst Hintergrundaufgaben ausführt.
Die gemeinsame Installation erzeugt keinen eigenen Kombiniert-Modus. Jede Terminalserversitzung bleibt ein Client; Scheduler, Benachrichtigungen und zentrale Importe laufen ausschließlich im Dienst.
Anmeldung diagnostizieren¶
- Prüfen Sie zuerst
%PROGRAMDATA%\eh-systemhaus\FLEET Mira Enterprise\logs\app.log. POSTGRESQL_SCHEMA verifiedbestätigt Verbindung und vollständige Startprüfung, aber noch nicht den eigentlichen Benutzerlogin.- Suchen Sie nach dem ersten
CRITICAL-Eintrag unmittelbar nach dem Klick auf Anmelden. Der zugehörige Traceback nennt Repository, SQL-Anweisung und PostgreSQL-Fehlerklasse. - Der Client zeigt unerwartete Datenbankfehler zusätzlich direkt im Anmeldedialog an. Kennwörter werden weder dort noch im Log ausgegeben.
- Ein
permission denied for schema publicdarf mit einem aktuellen Setup nicht auftreten:mira_appschreibt Anwendungsdaten, führt aber keine DDL-Anweisungen aus.
Bestehende SQLite-Daten migrieren¶
- Erstellen und prüfen Sie vorab eine unveränderte Sicherung der SQLite-Datei sowie der zugehörigen Dateiarchive.
- Beenden Sie alle anderen FLEET-Mira-Instanzen und stoppen Sie den Dienst
FleetMiraWorkerauf allen Worker-Hosts. - Öffnen Sie in Enterprise Enterprise → SQLite-Datenbank migrieren.
- Wählen Sie die SQLite-Quelle. Der Assistent öffnet sie schreibgeschützt, führt
PRAGMA quick_checkaus und zeigt Tabellen- und Datensatzanzahlen. - Die verpflichtende Option DDD-, Dokument- und Finanzarchive in das FLEET-Mira-ProgramData-Verzeichnis kopieren übernimmt die zugehörigen Dateien atomar nach
%PROGRAMDATA%\eh-systemhaus\FLEET Mira Enterprise\state. Der Assistent prüft vorhandene Zieldateien anhand der bestehenden SHA-256-Werte und bricht bei fehlenden oder veränderten Referenzen ab. Erst danach werden alle DDD-, Dokument-, Manifest- und Finanzarchivpfade innerhalb derselben PostgreSQL-Transaktion auf portablestate/...-Pfade normalisiert. Es werden keine neuen fachlichen Hashwerte oder Signaturen erzeugt. - Geben Sie Benutzer
mira_restoreund das beim PostgreSQL-Setup festgelegte Restore-Kennwort ein. Diese Zugangsdaten werden ausschließlich für die aktuelle Migration verwendet und nicht gespeichert. - Bestätigen Sie das Ersetzen des leeren beziehungsweise vorgesehenen Mira-Schemas. Die Übertragung erfolgt als
mira_ownerin einer PostgreSQL-Transaktion; Fehler führen zum Rollback. Danach werden Enterprise-Worker-/Backupobjekte und die Rechte fürmira_appundmira_backupwiederhergestellt. - Starten Sie Enterprise neu und vergleichen Sie Benutzer, Fahrzeuge, Tachodaten, Belege und Stichprobenberichte mit dem Altsystem.
- Aktivieren Sie den Worker erst nach schriftlicher Abnahme der Migration.
Sicherung, Update und Rückfall¶
- Unter Administration → Sicherungen → Quick Backup kann ein berechtigter Administrator unabhängig vom konfigurierten Sicherungsziel einen PostgreSQL-Custom-Dump als ZIP-Datei in ein ausgewähltes lokales Verzeichnis exportieren. Die ZIP-Datei enthält
mira.dumpund ein Prüfsummenmanifest. Dafür werden Benutzermira_backupund dessen Kennwort abgefragt; das Kennwort wird nicht gespeichert. Diese Diagnosesicherung enthält ausschließlich die Datenbank und ersetzt keine vollständige Enterprise-Sicherung der Dateiarchive. - Die Zielkonfiguration blendet abhängig vom Provider nur die jeweils benötigten Felder ein. Für Dateisystem/UNC steht eine Verzeichnisauswahl, für die Google-OAuth-Konfiguration eine JSON-Dateiauswahl zur Verfügung.
- Sichern Sie PostgreSQL regelmäßig mit
pg_dumpoder einem zentral überwachten PostgreSQL-Sicherungssystem und testen Siepg_restore. - Sichern Sie Tachodaten-, Finanzbeleg- und weitere Dateiarchive getrennt und konsistent.
- Erstellen Sie vor jedem Update ein PostgreSQL-Dump und eine Archiv-Sicherung; beenden Sie dabei alle Clients und den Worker.
- Die SQLite-Snapshot-/Restore-Funktion von Basic/Pro ist in Enterprise deaktiviert.
- Bewahren Sie die ursprüngliche SQLite-Datenbank bis zum Ende der vereinbarten Rückfallfrist unverändert und offline auf.
Abnahmecheckliste¶
- [ ] Setups und Prüfsummen stimmen überein.
- [ ] PostgreSQL-Daten liegen auf einem lokalen festen NTFS-Datenträger.
- [ ]
mira_appkann nur aus den vorgesehenen Netzen beziehungsweise lokal zugreifen. - [ ] TLS, Firewall,
pg_hba.confund DNS sind dokumentiert und getestet. - [ ] Jeder Client verwendet dieselbe PostgreSQL-Datenbank und dieselben kanonischen Archivpfade.
- [ ] Der Dienst
FleetMiraWorkerläuft und Enterprise-Clients starten keinen integrierten Worker. - [ ] Mehrere Benutzer können gleichzeitig lesen und schreiben.
- [ ] PostgreSQL- und Dateiarchiv-Sicherung sowie Rücksicherung wurden getestet.
- [ ] Migration und fachliche Stichproben wurden protokolliert.
- [ ] Notfallzugang, Kennwortablage, Monitoring und Neustartverfahren sind dokumentiert.
Die bekannten Einschränkungen und noch erforderlichen Produktionsarbeiten stehen unter Offene Enterprise-Punkte.